So. Entweder brache ich in Tränen aus, wenn ich ihn wiedersehe, bin wütend oder wir ignorieren uns. So wie er mich auch ohnehin schon ignoriert.
Ich habe letztens einer guten Freundin von ihm erzählt. Oder meinen besten Freundin, ich weiß nicht, bin mir mit der Bezeichnung noch nicht ganz im Klaren.
Ich habe mich wieder an seinen Blick erinnert, exakt.
Danach bin ich erstmal für eine halbe Stunde auf der Toilette verschwunden und habe geheult, haha.
Hier, das sind die letzten Nachrichten, die ich ihm geschrieben habe.
In den Voicemails bin ich am weinen, weil das der Moment war, in dem ich fast gestorben bin. Als ich im Bad lag und gemerkt habe, wie sich das Leben langsam von mir verabschiedet.
Wird Zeit, dass ich über ihn hinwegkomme.
Die Alpträume haben abgenommen, seit ich meine Antidepressiva abgesetzt habe. Ich weiß, ich sollte das nicht tun, wegen körperlicher und seelicher Abhängigkeit, aber naja., es ist so, wie es ist.
Es ist komisch. Ich kann seit Tagen nicht mehr beschrieben, wie ich mich fühle. Ob ich glücklich, oder traurig bin. Es ist so neutral irgendwie. Nicht in dem Sinne neutral, eher so leer.
Einerseits bin ich froh, dass die Ferien vorbei sind, andererseits auch nicht. Ich kann dort zwar Menschen sehen, die ich mag und wieder zeichnen (weil ich das zu Hause nie bis selten mache), allerdings treffe ich dort auch häufig auf Intoleranz. Wenn ich dort zB Lehrer korrigiere, bezüglich Name und Pronomen, meint so ein kleiner B****** immer meinen Geburtsnamen sagen zu müssen und so eine Scheisse vonwegen "Ne, du bist kein Kerl, mimimi".
Sowas zu hören geht so gegen mich. Ich würde sochen Menschen so gerne die Kehle aufschneiden. Es ist unglaublich, was ich für einen Hass auf sowas habe. Ich will diese Gedanken gar nicht weiter spinnen, das ist nicht gut, haha.
Aber ich denke, es ist angekomen, wie sehr ich sowas verabscheue.
Ich denke so oft ans Aufgeben, allein, wegen solchen Momenten. Cis-Menschen können sowas nicht nachvollziehen. Ich würde ja sagen, es macht mir Angst, dass ich nicht mal mehr weiß, ob ich leben oder sterben will, allerdings stehe ich dem neutral gegenüber. Keine Ahnung, ich denke, ich bin mit 18, oder sobald ich ausgezogen bin, sowieso weg vom Fenster.
Ich bin mir sehr sicher, dass der nächste Suizidversuch mein Letzter sein wird, da ich dann zu drastischeren Methoden greife. Keine, die man abbrechen könnte, wie meine Letzten.
Kohlenmonoxid-Vergiftung : Überlebt (wenn auch nur knapp)
Ersticken mit Tüte über'm Kopf: Überlebt.
Man sagt, durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu sterben, wäre schmerzlos, aber das ist es nicht. Man merkt nämlich sehr genau, wie alles sehr langsam mit einem zu Ende geht, und verdammt, zieht sich dieser Prozess.
Ich sass über eine Stunde in diesem Raum, ich hatte fast die Hoffnung aufgegeben, dass etwas passiert, bin dann mal aufgestanden, um zu sehen, wie's um mich steht.
Da war dann das erste Anzeichen: Schwindel. Sehr starker.
Ich setzte mich dann für eine weitere halbe Stunde hin. Man fängt an, zu zittern. Sehr schnell zu atmen, weil man allmählich (?) keine Luft mehr bekommt. Das führt übrigens auch zu ziemlich starken Schmerzen in der Brust.
Wie ich es aus dem Raum geschafft habe, ist so ein Rätsel für sich. Ich bin schließlich schon zusammengesackt, als ich das Fenster aufgemacht habe. ich erinnere mich noch, wie ich in meinem Bett lag und keine Luft mehr bekam und um Luft ringen musste. Auch, wenn ich mich kurz davor für's Leben entschieden hatte, hätte ich keinen Krankenwagen gerufen. Ich wollte mir die Blöße nicht geben. Wenn's das gewesen sein sollte, dann wäre es wohl so, dachte ich mir. Auch, wenn ich sehr Angst hatte, trotzdem zu sterben, in dem Moment. Das Gas hat einen nämlich ab einem gewissen Punkt auch unglaublich schläfrig gemacht, allerdings konnte ich wegen den Schmerzen in meiner Brust nicht einschalfen und der wohl viel entscheidendere Grund war, dass ich mir ziemlich sicher war, dass ich wohl sterben würde, wenn ich schlafe.
Aber, falls ich mich doch nochmal wirklich ernsthaft für den Suizid entscheiden sollte, was momentan nicht so ist, weil ich mir eher unschlüssig bin, gibt es exakt diese Möglichkeiten für mich: Zug, Hochhaus, Gift, Narkosemittel. Und exakt, diese Methoden kann man nicht Rückgängig machen, da sie zu schnell gehen. Am liebsten würde ich mir die Kugel geben, was ich wahrscheinlich auch schon gemacht hätte, wenn ich eine Waffe hier hätte, aber ja. Dafür muss man ersteinmal an eine Waffe kommen.
Ich überlege, den Kontakt unter einer Bedingung nach Anfang meiner Hormontherapie mit meinem vater abzubrechen. Ich stelle ihm die Bedingung, dass er mich mit "Shayn" und "er" ansprechen soll. Ansonsten würde ich ihn nicht mehr sehen wollen. Mal sehen, ob ich das mache. Es steht noch offen, aber um ehrlich zu sein, ist es gar nicht so unwahrscheinlich.
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