In letzter Zeit wird es schlimmer. Das mit der Suizidalität. Denke besonders morgens immer daran. Ich weiß nicht, das ist ungesund, haha.Hach, ich bin so allein. Aber ich finde das auch irgendwie gut. Ich bin gerne allein. Ich finde es viel zu anstrengend, immer etwas mit Menschen zu unternehmen, oder so. Ich bin lieber alleine, schlafe, oder sitze am PC. Ich verkrieche mich lieber in der digitalen Welt.
Wenn ich zufrieden mit mir selbst wäre, würde sich das vielleicht ändern. Zumindest würde ich dann wahrscheinlich öfter rausgehen, da ich dann kein so schlechtes Gefühl mehr dabei hätte. Aber vielleicht auch nicht. Was weiß ich.

Wisst ihr, was ich nicht verstehe? Die meisten Menschen in meinem Umfeld sprechen mich ja noch mit "sie" an. Ich verstehe nicht, dass sie nicht verstehen, dass das, wie sie mich anreden, so wichtig für mich ist. (Was ein Satz, haha).
Nein, mal im Ernst. Mit solchen kleinen Sachen macht man mir ein ganzes Stück meiner Lebensqualität kaputt. Wieso sind sie denn so resitent dagegen, soetwas zu verstehen? Sehen sie nicht schon meine Arme? Es ist ja nicht so, dass ich mir die aus Spass aufschneide.
Naja gut, ich habe mir schon aus verschiedenen Gründen mein Fleisch aufgeschnitten.
Wegen Phil, oder weil ich damals, noch nicht wusste, was mit mir los ist. Weil mich das Gefühl innerlich zerissen hat. Weil meine Therapeuten mir eingeredet haben, welche die Gründe seien, warum es mir so schlecht geht. Sei es, weil ich meinem Vater Ewigkeiten egal war und er einen Scheiß auf mich gegeben hat, oder weil ich damals eine kleine Schwester bekommen habe und meine Mutter einen neuen Mann gefunden hatte.
Ich habe ja wirklich schon Ewigkeiten Depressionen. Seit 6 Jahren, in etwa.
Und das Schönste an der ganzen Sache ist ja, dass mich jetzt, wo ich weiß, wo das Problem liegt, die Menschen immer noch nicht so behandeln, wie ich das gerne möchte.
Wirklich, ich hätte mir so gerne gewünscht, dass das ein Problem gewesen wäre, was ich hätte selbst lösen können und nicht dabei auf Andere angewiesen bin. Das Gefühl, dass man auf Andere angewiesen ist, macht mich krank. Es hat mich auch schon immer krank gemacht. Weil ich Menschen verabscheue. Weil ich die schlechten Seiten der Menschen kenne. Sogar mehr als zu gut. Selbst jetzt, wo es nicht mehr so schlimm ist, wie damals, erlebe ich sie immer noch tagtäglich.
Wisst ihr, ich kann mir keinen Wert geben, solange mir Andere auch keinen Wert geben. Siehe bis Mitte dieses Jahres. Ich war so am Ende. Meine Klasse hat mich so fertig gemacht. Jeder Tag war die absolute Hölle für mich. Ich habe damals fast jeden Tag geweint, ich wundere mich, wie ich es noch bis heute hierhin geschafft habe. Jetzt, wo ich das scheibe, und mich wieder an die Zeit zurückerinnere, kommen mir schon wieder die Tränen. Ich habe es so statt gehabt. Ich hatte diese Art von Einsamkeit einfach so satt. Ich war mehr als allein, zu der Zeit. Ich hatte keine Freunde, hatte permanenten Streit mit meiner Mutter, hatte niemanden, außer diesen Blog und die Menschen, die diesen hier lesen, an den ich mich wenden konnte. Ich habe gesagt bekommen, dass es besser wäre, wenn ich sterbe. Und das habe ich auch jeden Tag zu spüren bekommen.Diese Zeit war der reinste Alptraum für mich. Schlimmer als die, die ich zT immer noch habe.
Weil dieser Alptraum allgegegnwärtig war. Er hat einfach nicht aufgehört.
Ich habe mich auf der Klassenfahrt damals auch fast umgebracht.
Weil diese Höhe des Hotels der sichere Tod für mich gewesen wäre.
Ich wundere mich, wieso ich mich damals nicht gegen meinen Selbsterhaltungstrieb entscheiden konnte. Es wäre besser gewesen. Der Tod ist zwar ein Ultimatum, aber mit Sicherheit besser, als diese Hölle, in der ich gelebt habe. Andererseit will ich aber auch als Junge, als Mann in Erinnerung bleiben. Ich möchte, wenn meine kleine Schwester mal groß ist, ihr Bruder für sie sein. Ich möchte für meinen kleinen Bruder sein großer Bruder sein. Ich möchte, dass mein Vater mich seinen Freunden als sein Sohn vorstellt. Das gleiche gilt uach für meine Mutter.
Ich möchte Briefe bekommen, auf denen "Herr G." steht. Ich möchte, dass auf meinem Grabstein Shayn Nathan G. steht.
Es ist so eine Qual für mich, an mir runterzuschauen und zu sehen, dass dort kein Penis ist, und dass dort Brüste sind. Ich hasse das so. Ich weiß, ich kann nichts dafür, so geboren zu sein, aber das bringt mich dazu, mich selbst zu hassen, weil ich so bin, wie ich bin.
Ich habe beim scheiben dieses Textes bestimmt schon einen Liter Tränen vergossen, weil es einfach so weh tut, sich das mal wirklich vor Augen zu halten. Man fühlt sich einfach nicht gut genug. Als wäre einfach kein Platz für jemanden wie mich auf dieser Welt.
Dies ist das letzte mal, wo ich versuche, positiv in die Zukunft zu schauen, obwohl das eigentlich gegen meine Prinzipien ist. Ich hoffe ein letztes Mal, dass sich mit der Hormontherapie mein Problem langsam legt. Ansonsten gebe ich auf. Für immer. Schießlich verletzt einen nichts mehr, wenn man tot ist. Kein Schmerz, kein Leid, ein ewiges Nichts.

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