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Dienstag, 13. Januar 2015

"Life is pain"

2015-01-13
8:00 PM
Ich wuensche mir, dass ich eines Tages damit aufhoeren kann.
Womit?
Damit, ihn in gewisser Weise zu stalken. Ich schaue jeden Tag auf seinem Instagram vorbei, haha.. Und es bricht mir jedes Mal auf's Neue mein Herz. Ich sehe sein Gesicht und es tut unglaublich weh. Aber er ist so schoen. Er hat diese Traurigkeit in den Augen, auf seinen Bildern. Das zieht mich so unglaublich an. Ich will mit ihm darueber sprechen, aber es ist zu spaet.
Es ist meine Schuld, ja, ich weiß. Ich hab's verbockt. Ich habe meine Meinung gesagt und ich hab's schlicht und einfach verbockt.
Trotzdem, ich sehe jeden Tag aus dem Fenster und frage mich, wo er grade ist, was er grade macht.
Am 04.Dez sollte E. zu ihm kommen, zu seinem Geburtstag. E. wohnt in Berlin und die beiden sind laut seinen Erzaehlungen Kindheitsfreunde. Und er liebt ihn auch schon lange, soweit ich weiß.
Aber ich habe so ein Gefuehl, dass er ihn gar nicht besuchen kam. Als wir noch Kontakt hatten, meinte P, dass er ihm an dem Tag seine Gefuehle gestehen wollte, dass er es auch laenger nicht mehr aushalten koenne, dass er schon den Drang hat, ihm das zu schreiben. 

Trotzdem, ich wuensche dir, dass du gluecklich wirst. Irgendwie zumindest. Denke ich.


Aber gleichzeitig wuensche ich mir auch, dass ich dir nochmal in die Augen schauen koennte, damit du, wenn auch nur einigermaßen, verstehst, welchen Schmerz mir das zufuegt.


Du sagst, ich wuerde nicht wissen, was Liebe sei. Darling, ich glaube, ich weiß es sogar sehr gut. Bedauerlicherweise, ja. 

Wenn ich sterben muesste, damit du gluecklich sein koenntest, wuerde ich es tuen, ohne Zweifel. Ich wuerde mir die naechst beste Methode aussuchen und es ohne zu zoegern beenden.
Aber das Schlimme ist, dass du das nicht verstehen willst.

Letztens hast du mich wegen so etwas laecherlichem angeschrieben, war es das wert? Verdammt, haben mich deine Worte verletzt.

Aber das Schoene ist, dass es dich einen Scheiß interessiert. Ich interessiere dich einen Scheiß.
Ach, das Ganze bringt mich noch um. Ich gebe es jetzt offiziell zu: Ich bin einsam. Sehr einsam.
Ich schlafe, so viel ich kann, aber es ist schwierig. Ich kann kaum lange schlafen. Aber dafuer penne ich an Orten wie der Schule nur zu gerne ein, ich will einfach nicht dort sein. Es macht mich mental zunichte.

Mein Stiefvater und ich haben vorgestern mal uber das Thema Transsexualitaet gesprochen. Ich bin ja seit September '14 geoutet.

Wir kamen darauf, weil mich fragte, wann dieses "Abschnuer-Band" ankaeme. Damit ist uebrigens mein Binder gemeint, ich vermute, das koennt ihr euch aber denken.
Ach, er sagte solche Dinge wie: "Wieso erlaubt dir deine Mutter das ueberhaupt?!"
Ich sprach mit ihm ueber die Sache von Leelah Alcorn, Wie sehr es Kinder verletzt, wenn sogar die Eltern einen falsch behandeln.
Er fand es harmlos. Er verstand auch, dass die Eltern ihrem toten Kind nicht mal den letzten Respekt erwiesen, es mit den gewuenschten Pronomen anzusprechen.
Wenn ich ihm ein Video gezeigt habe, in dem Transmaenner oder Transfrauen ueber ihre Geschlechtsidentitaet sprechen, oder ueber die Wirkung der Hormone etc. kam nur so etwas wie "Ja, 'die' ist doch eigentlich 'ne 'Frau', oder?'
Ich meinte, das Geschlecht einer Person haengt nicht von den Genitalien ab, aber das bestritt er und sah es nicht mal im Geringsten ein.

Wenn ich so darueber nachdenke, war Phil die einzige Person, die mich wirklich so akzeptiert hat, wie ich bin. Ihr glaubt nicht, wie unsagbar gluecklich mich das gemacht hat. Wie froh ich war, dass er mich, als ich bei ihm war, mit Shayn und maennlichen Pronomen angesprochen hat. Er war die einzige Person, die ich kannte, die Respekt vor mir und dem was ich bin, hatte und die mich akzeptiert hat. Von Anfang an, verdammt.


Und jetzt? 
Jetzt habe ich keinen solchen Menschen mehr. Ich rede kaum noch, ich schlafe, soviel ich kann, ich esse kaum noch, ich bin einsam.
Ja, ich bin sogar so verdammt einsam, dass ich es nicht mal mehr in Worte fassen kann.

Einerseits bin ich einsam, andererseits auch Gefuehlskalt. Ich denke, waere ich Zweiteres nicht, waere ich schon dreimal tot. Ach, was rede ich. Ich waere schon 91260119265 Mal tot.

Ich will endlich aus diesem Alptraum aufwachen. Diese Welt ist voller Leid und Schmutz. Ich habe das Gefuehl, der Tod bringt einen an einen besseren Ort. Im uebertragenen Sinne. Er loescht ja nur unsere Existenz aus. Er beendet die elektrischen Stroeme im Gehirn und er beendet unser Dasein.
Ich weiß gar nicht, wieso ich so feige bin und es noch nicht beendet habe.
Jeden Morgen wache ich auf und wuensche mir, ich waere es nicht. Jeden morgen fuehle ich mich, als waere ich ausserhalb meines Koerpers. Ich spuere meine Praesenz auch im Allgemeinen nicht mehr. Ich fuehle mich nicht mehr wie ein Mensch und schon gar nicht fuehle ich mich, als waere ich ich. Es ist so, als wuerde ich aus der Ich-Perspektive mitbekommen, was eine Person da so treibt. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich da nicht mich, sondern einen fremden Menschen.
Es ist selbst fuer mich seltsam, also gehe ich nicht davon aus, dass ihr nachvollziehen koennt, was ich damit meine.
Ich bin einfach falsch hier. Ich bin nicht dazu bestimmt, Mensch zu sein. Ich finde, dafuer ist auch mein Gehirn zu schade. Ich will mehr sein, ich bin in gewissem Sinne sogar auch schon mehr als das.
Es ist einfach nur bedauerlich, dass man nur 10% seines Gehirns nutzen kann. Ich wuerde mir nur zu gerne vorstellen, was passieren wuerde, wenn ein Mensch die vollen 100% erreichen wuerde.
Aber Intelligenz und Wissen bringt so viel Nachteile mit sich, ich spuere es ja am eigenen Leib.
Ich habe einen ueberdurchschnittlichen IQ und ich glaube, es waere besser, wenn ich ihn nicht haette.
Sicherlich macht mich dieser zu einer interessanten Person, aber ich bin lieber dumm und gluecklich. Allerdings koennte ich mir das nicht so ganz vostellen. Ich koennte mir nicht vorstellen, dumm zu sein. Und so wirklich weiß ich auch nicht, was es bedeutet, bedingungslos gluecklich zu sein. Ach, es waere so schoen, es zu finden. Mein Glueck. 
Ich bin mir aber nicht sicher, ob es das fuer mich gibt. 
Es ist so, ich versuche, mir etwas zu suchen, was mich gluecklich macht, aber im Endeffekt stoße ich es weg (Phil) oder ich benutze es als Ersatz, fuer das, was mich wirklich gluecklich gemacht hat (J fuer P) und das ist noch schlimmer. Dabei fuehle ich mich wie das letzte Stueck Dreck, wenn ich es merke. 
Ich sorge dafuer, dass sich mein "Ersatz" in mich verliebt, aber dann merke ich eben, dass ich diesen Menschen wirklich nur als Ersatz gebraucht hatte. Ja, das ist widerlich.


Afraid to die. That's so terrible.

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